Friedrich Schiller: Nänie

Die griechische Übersetzung von Friedrich Thiersch.
Griechischer und deutscher Text nach Franz Göller (Hg.): Μεταφρασεις.
Sammlung von Übersetzungen ins Griechische, Köln 1825, S. 54 f.

ΘΡΗΝΟΣ

 
 
 
 
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Κάτθανε καὶ τὸ καλόν· τὸ θεοὺς ἐδάμασσε καὶ ἄνδρας,
    οὔποτε δὲ Στυγίου Ζηνὸς ἔθελξε φρένας.
ἦ μὲν Ἔρως ποτ᾽ ἔπεισε τὸν ἐν νεκύεσσιν ἄνακτα,
    ἐκ δ᾽ οὐδοῦ δῶρον σχέτλιος εἷλκε πάλιν.
οὐ Κύπρις ὠτειλὴν ἐρατεινοῦ παιδὸς ἔπαυσεν,
    ἀγλα᾽ ἐπεὶ νηλέως μῆρα πάταξε καπρός.
οὐδ᾽ αὖτ᾽ ἀθανάτη μήτηρ ἥρωα σάωσεν,
    δῖον, ὅτ᾽ ἐν Σκαίῃς πότμον ἐπίσπε πύλῃς.
ἐκ δ᾽ ἁλὸς ἐξαναδῦσα σὺν αὐτῇς Νηρεΐδεσσιν
    ἄρχει ἐπ᾽ ὀλλυμένῳ πένθεος ἠδὲ γόου.
πάντες δ᾽ αὖ κλαίουσι θεοί, κλαίουσι θέαιναι,
    οὕνεκα καὶ τὸ καλὸν Μοῖρ᾽ ὀλόεσσα δαμᾷ.
ἐσθλὸν μὰν ἑτάροισι γόου ἐπὶ ἵμερον ὄρσαι·
    ἀκλειῶς δὲ κακὸς βήσεται εἰς Ἀΐδεω.
Auch das Schöne muß sterben! das Menschen und Götter bezwinget,
    Nicht die eherne Brust rührt es des stygischen Zeus.
Einmal nur erweichte die Liebe den Schattenbeherrscher,
    Und an der Schwelle noch streng, rief er zurück sein Geschenk.
Nicht stillt Afrodite dem schönen Knaben die Wunde,
    Die in den zierlichen Leib grausam der Eber geritzt.
Nicht errettet den göttlichen Held die unsterbliche Mutter,
    Wann er am skäischen Thor fallend sein Schicksal erfüllt.
Aber sie steigt aus dem Meer mit allen Töchtern des Nereus,
    Und die Klage hebt an um den verherrlichten Sohn.
Siehe! da weinen die Götter, es weinen die Göttinnen alle,
    Daß das Schöne vergeht, daß das Vollkommene stirbt.
Auch ein Klaglied zu seyn im Mund der Geliebten ist herrlich;
    Denn das Gemeine geht klanglos zum Orkus hinab.
3: Ἔρως im Original Ερως
6: ἀγλα᾽ im Original ἄγλα᾽
μῆρα im Original μηρὰ
7: οὐδ᾽ im Original οὺδ᾽
11: πάντες im Original πὰντες
θεοί im Original θεοὶ
14: Ἀΐδεω im Original Αΐδεω

Letzte Bearbeitung: 26.11.2009 – Copyright © Bernd Platzdasch